Im Jahr 2025 sind rund 1,48 Millionen Menschen nach Deutschland eingewandert, während etwa 1,25 Millionen Personen das Land verlassen haben. Daraus ergibt sich laut Statistischem Bundesamt ein Wanderungsplus von rund 235.000 Menschen.
Gleichzeitig bleibt die Migrationspolitik ein zentrales Diskussionsthema. Für die Versorgung und Unterstützung von Asylsuchenden stellte der Bund rund 25 Milliarden Euro bereit – etwa drei Milliarden Euro weniger als im Jahr zuvor.
Aus der Politik kommen Forderungen nach einer stärkeren Steuerung der Migration. Dabei wird unter anderem betont, dass Personen ohne Bleiberecht konsequenter zurückgeführt werden sollten.
Kritik gibt es auch an den bisherigen Verfahren bei der Einstufung sicherer Herkunftsstaaten. Befürworter von Reformen argumentieren, dass schnellere Entscheidungen notwendig seien, um Behörden und Gerichte zu entlasten.
Der Migrationsexperte Daniel Thym von der Universität Konstanz erklärte, dass Migration für den Sozialstaat nicht automatisch in jedem Fall Vorteile bringe. Entscheidend seien Faktoren wie Ausbildung, berufliche Qualifikation und Sprachkenntnisse.
Nach seiner Einschätzung unterscheiden sich die Voraussetzungen von Menschen, die gezielt als Fachkräfte einwandern, häufig von denen vieler Schutzsuchender. Während einige Migranten wichtige Fachkräfte seien, gebe es gleichzeitig Gruppen, die größere Unterstützung bei Integration und Arbeitsmarkteinstieg benötigten.
Unterdessen ist die Zahl der Asylanträge im Mai deutlich zurückgegangen. Nach Angaben des Bundesinnenministeriums wurden bundesweit 5566 Erstanträge gestellt – der niedrigste Mai-Wert seit 2012.
Die Entwicklung sorgt erneut für Diskussionen darüber, wie Deutschland künftig stärker qualifizierte Arbeitskräfte gewinnen und gleichzeitig sein Asylsystem organisieren soll.






