
Der AfD-Bundesvorstand unter der Führung von Alice Weidel hat beim Landesschiedsgericht eine zweijährige Ämtersperre gegen den nordrhein-westfälischen Landtagsabgeordneten Christian Loose beantragt. Anlass für die disziplinarische Maßnahme ist eine Äußerung Looses aus dem Juli, bei der er die Bundessprecherin in einem Interview als „Alice Merkel“ bezeichnet hatte. Das Gremium bewertet diese Gleichsetzung als gezielten Angriff auf die persönliche Ehre Weidels sowie auf die Integrität der Parteiführung.
Hintergrund des Konflikts sind Vorwürfe von Loose bezüglich des Parteiausschlussverfahrens gegen den umstrittenen Bundestagsabgeordneten Matthias Helferich, das Weidel angeblich zu dessen Gunsten beeinflusst haben soll. Der Vergleich mit Altbundeskanzlerin Angela Merkel gilt innerhalb der AfD als gravierende Herabwürdigung. Zudem warf Loose dem Bundesvorstand in einer Rede vor, das Land zu schädigen und ungerecht zu handeln.
Sollte das Landesschiedsgericht dem Antrag des Bundesvorstands stattgeben, müsste Loose sein Amt als Vorsitzender des AfD-Kreisverbandes Bochum umgehend niederlegen. Der Landtagsabgeordnete kündigte jedoch an, den Parteibeschluss nicht kampflos hinzunehmen und sich mit allen rechtsstaatlichen Mitteln gegen die drohende Ämtersperre zu wehren.
