Vier Stunden gefesselt und gefoltert: Welcher eiskalte Grund steckt hinter der brutalen Attacke der Rocker?

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Prozessauftakt am Landgericht Meiningen: Schwere Vorwürfe gegen mutmaßliche Rocker der „Gringos MC“

Am Landgericht Meiningen hat am Montag der Prozess gegen fünf Männer im Alter zwischen 26 und 49 Jahren aus dem Raum Schleusingen begonnen. Unter den Angeklagten befindet sich auch der mutmaßliche Präsident des Rockerclubs „Gringos MC“, Kevin H. (44), sowie Steven A. (39), der dem Rockerclub „Bandidos“ angehören soll.

Die Anklagepunkte und der Tatablauf

Die Staatsanwaltschaft wirft den Angeklagten unter anderem erpresserischen Menschenraub, schweren Raub, Bandendiebstahl, gemeinschaftlichen Wohnungseinbruch sowie Drogenhandel vor:

  • Folter und Erpressung: Im Juli 2025 soll das spätere Opfer – ein in Ungnade gefallenes Clubmitglied – unter einem Vorwand zum rituellen Ausschluss gelockt worden sein. Dort sei der Mann vier Stunden lang an einen Stuhl gefesselt, wiederholt ins Gesicht geschlagen und mit dem Brechen der Finger bedroht worden, bis er den Tresorcode preisgab.

  • Raub und Diebstahl: Während der Bewachung des Gefesselten entwendeten Mittäter aus dessen Wohnhaus mehr als 50.000 Euro Bargeld, zwei Pkw (Mercedes C-Klasse, Audi A3) sowie mehrere Motorräder mitsamt Papieren. Der Gesamtschaden wird auf rund 160.000 Euro beziffert.

  • Weiterer Einbruch: Im Januar 2025 soll die Gruppe nach vorheriger Ausspähung in das Haus eines Geschäftsmannes eingebrochen sein und 845.000 Euro Bargeld entwendet haben.

  • Drogenhandel: Dem mutmaßlichen Club-Präsidenten wird zudem der Großhandel mit Methamphetamin ab dem Jahr 2023 zur Last gelegt.

Ermittlungen und Prozessverlauf

Die Ermittler kamen der Gruppe auf die Spur, nachdem sich das geschädigte Ex-Mitglied an die Polizei wandte. Bei anschließenden Razzien in Thüringen, Bayern und Sachsen wurden zahlreiche Fahrzeuge sichergestellt. Drei der Angeklagten befinden sich seit Dezember 2025 in Untersuchungshaft.

Zum Auftakt des Verfahrens unter Vorsitz von Richter Christoph Gann schwiegen die Angeklagten. Bei einer Verurteilung drohen den Haupttätern Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren. Der Prozess wird am 29. September fortgesetzt und ist bis November terminiert.

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