Start Welt Trump setzt Deutschland unter Druck: Fünf NATO-Staaten kämpfen um US-Soldaten

Trump setzt Deutschland unter Druck: Fünf NATO-Staaten kämpfen um US-Soldaten

863
0

Mindestens fünf NATO-Staaten an der Ostflanke Europas bemühen sich um die Stationierung zusätzlicher US-Soldaten, nachdem US-Präsident Donald Trump angekündigt hatte, 5000 oder mehr Soldaten aus Deutschland abzuziehen. Polen, Estland, Litauen, Lettland und Rumänien signalisierten Interesse an einer stärkeren amerikanischen Militärpräsenz und verweisen dabei auch auf ihre Unterstützung der USA im Konflikt mit dem Iran, berichtet Politico.

Die verstärkten diplomatischen Aktivitäten begannen, nachdem Trump Anfang des Monats eine Reduzierung der US-Truppen in Deutschland angekündigt hatte. Hintergrund sollen Spannungen mit Berlin sein, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz erklärt hatte, Teheran habe Washington mit seiner Verhandlungstaktik im Iran-Konflikt „gedemütigt“.

Öffentliche Forderungen und diplomatische Gespräche
Der rumänische Vize-Verteidigungsminister Sorin Moldovan erklärte gegenüber Politico, eine stärkere amerikanische Präsenz an der NATO-Ostflanke sei notwendig. Rumänien sei bereit, dauerhaft mehr US-Soldaten aufzunehmen und sehe sich als verlässlicher Partner der Vereinigten Staaten.

Auch der polnische Präsident Karol Nawrocki sowie Litauens Präsident Gitanas Nausėda erklärten zuletzt ihre Bereitschaft, zusätzliche amerikanische Truppen zu stationieren. Lettland und Estland äußerten sich ähnlich.

Viele Staaten an der Ostgrenze der NATO betrachten die USA und amerikanische Soldaten als wichtigen Sicherheitsgaranten gegenüber Russland – besonders seit Beginn des Krieges in der Ukraine.

Trump bringt Polen ins Gespräch
Trump sagte am Samstag vor Journalisten, dass eine Verlegung von US-Soldaten nach Polen „möglich“ sei. Er verwies dabei auf sein gutes Verhältnis zum polnischen Präsidenten.

Gleichzeitig warnte Polens Premierminister Donald Tusk davor, Soldaten anderen NATO-Partnern „wegzunehmen“. Zwar wolle Warschau jede Möglichkeit nutzen, die amerikanische Präsenz zu stärken, jedoch ohne die Einheit Europas zu gefährden.

Praktische und politische Hürden
Laut einem anonymen US-Regierungsvertreter hat das Pentagon bisher keine endgültige Entscheidung darüber getroffen, welche Einheiten Deutschland verlassen sollen. Ebenso sei unklar, ob die Soldaten in andere europäische Länder verlegt oder in die USA zurückgebracht werden.

Experten weisen zudem darauf hin, dass nicht alle osteuropäischen Länder über ausreichende Infrastruktur verfügen, um Tausende zusätzliche Soldaten aufzunehmen. Während Polen und Rumänien vergleichsweise gute Voraussetzungen hätten, seien die Kapazitäten im Baltikum begrenzt.

Darüber hinaus könnte eine stärkere Verlagerung von Truppen nach Osteuropa im Widerspruch zur Strategie der Trump-Regierung stehen, die von europäischen Staaten erwartet, mehr Verantwortung für ihre eigene Verteidigung zu übernehmen.

Kommentieren Sie den Artikel

Bitte geben Sie Ihren Kommentar ein!
Bitte geben Sie hier Ihren Namen ein